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Zwei Hamburger vermitteln digital Speditionen für die letzte Meile

Über die Plattform Movemates lassen sich sperrige Gegenstände in kurzer Zeit von A nach B transportieren. Dafür setzen die Gründer auf das Uber-Prinzip.

Wer in der Stadt kurzfristig Schrank, Bett oder andere sperrige Gegenstände von A nach B transportieren will, muss meist lange im Voraus planen. Ein Hamburger Startup will das Prozedere beschleunigen. Movemates nimmt für sich selbstbewusst in Anspruch, „Logistikprozesse in Metropolräumen deutlich einfacher, transparenter und schneller zu machen.“

Über die Plattform lassen sich sperrige Gegenstände mit ein paar Klicks und innerhalb von wenigen Stunden von einem Ort zum anderen transportieren. Per Live-Tracking kann verfolgt werden, wo sich die Ware gerade befindet. Seit Februar sind die App und die dazugehörige Webseite online. Hunderte Aufträge haben die Gründer nach eigenen Angaben bisher abgewickelt.

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Grundsätzlich sei das Prinzip mit der Plattform des US-Fahrdienstes Uber vergleichbar, sagt CEO Philip John Mordecai. Allerdings können sich bei Movemates nur professionelle Fahrer und Spediteure als Logistiker registrieren. Wie viele das bereits gemacht haben, will er nicht verraten.

Von B2C jetzt zu B2B

Nachdem die Gründer zunächst Transporte für Privatpersonen organisiert haben, wollen sie nun ihr Geschäftsmodell ändern – sie nehmen Geschäftskunden ins Visier. Einen ersten Großkunden hat das Startup nach eigenen Angaben kürzlich gewonnen: eine Hamburger Supermarktkette, die ihre Ware vom zentralen Lager aus in verschiedene Filialen verteilt.

Bei der Neuausrichtung des Unternehmens, das sich bisher überwiegend durch Gelder eines Hamburger Accelerators finanziert, ziehen allerdings nicht alle vier Gesellschafter mit. Das ehemals vierköpfige C-Level ist auf zwei Personen geschrumpft, sagt CEO Philip John Mordecai, der das Startup jetzt gemeinsam mit CTO Paul Heidicker führt.

Ein lernender Algorithmus

Geld verdienen will Movemates natürlich auch. Der Gewinn ergibt sich durch die Differenz zwischen dem, was ein Spediteur für den Transport nimmt und dem, was der Versender zu zahlen bereit wäre. Die Marge könne dabei ganz unterschiedlich ausfallen, so der CEO. In der Regel liege sie jedoch zwischen 10 und 30 Prozent.

Die Kalkulation des Preises übernimmt ein lernender Algorithmus, er ist das Kernstück der App. Laufend analysiert das System tausende Transporte und lernt damit eigenständig, wie Preise zustande kommen. Zusätzlich fließen Faktoren wie Staus, Verfügbarkeit der Fahrer und der Wetterbericht ein. So lernt das Programm hinzu.

Auf ein vergleichbares Geschäftsmodell setzt auch das im Jahr 2015 gegründete Hamburger Startup Cargonexx, das Lkw-Speditionen digitalisieren will. Im Vergleich zu Movemates konzentriert es sich auf Transporte über lange Strecken hinweg. Mit Cargonexx buhlen das US-Stratup Convoy und Uber-Freight um den milliardenschweren Markt. Aber es gibt auch Wettbewerber, die Plattformen für die Logistik auf der Kurzstrecke entwickeln, zum Beispiel Dropboy (ehemals Wuxus) aus Dänemark.

CEO Mordecai lässt sich von Wettbewerbern nicht einschüchtern. In einigen Wochen wolle man eine Seedrunde verkünden, in Hamburg ein Netzwerk mit Spediteuren aufbauen und dann innerhalb weniger Monate in eine zweite Stadt expandieren, kündigt er an. Innerhalb der nächsten fünf Jahre, so der Plan, soll Movemates in 15 europäischen Städten starten. 

Bild: Movemates

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