Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

An diesen Uber-Rivalen glaubt Google

Ein Taxi auf zwei Rädern für ein besseres Durchkommen in der Stadt. Mit dieser Idee ist Go-Jek 2015 gestartet. Doch das Startup wächst längst auch in andere Bereiche.

Weniger als 20 Km/h. Das ist in Jakarta die durchschnittliche Geschwindigkeit in der Rushhour. Zwischen all den Autos ist kein Durchkommen mehr, die indonesische Stadt gleicht morgens und am späten Nachmittag einem ewigen Stau. Viele Indonesier weichen deshalb auf Zweiräder aus, die können sich wenigstens etwas schneller durch die Autokolonnen durchschlängeln.

Nadiem Makarim macht aus diesem Phänomen ein Geschäft. Mit seiner App will der 33-Jährige den Indonesiern einen Ausweg aus dem Verkehrschaos in der Stadt bieten. Gemeinsam mit Michaelangelo Moran hat er das Startup Go-Jek gegründet, das sich zu Indonesiens erstem Unicorn entwickelt hat. Gestartet ist das Unternehmen im Jahr 2015 als On-Demand-Ridesharing-Service – allerdings nicht mit Autos, sondern mit Motorrollern. Solche Modelle gibt es bereits in anderen asiatischen Städten, da die Zweiräder schneller als Pkws ihren Weg durch die überfüllten Innenstädte zurücklegen können. Go-Jeks größte Rivalen sind der in Singapur gegründete Ridesharing-Dienst Grab mit seinen Diensten Bike und Taxi sowie der weltweit tätig Fahrdienst Uber.

Auf dem Weg zur „Super-App“

Ähnlich wie Chinas WeChat wächst Go-Jek auch in andere Bereiche. CEO Makarim hat das Geschäftsmodell über die Jahre ausgebaut: Nicht nur das Taxi auf zwei oder vier Rädern, auch Putzfrauen, Auto-Pannendienste und das Mittagessen lassen sich über die App bestellen.
Zusätzlich bietet das Startup einen digitalen Bezahlservice, Go-Pay. Ende letzten Jahres hat der Ridehailing-Dienst drei indonesische Fintechs übernommen. 2018 will der CEO das Wachstum in diesem Bereich weiter vorantreiben: Der Fokus liege darauf, weitere Partner an Bord zu holen, damit Indonesier überall im Land über den digitalen Geldbeutel bezahlen können, sagte er ein einem Interview mit Bloomberg. Egal ob online oder offline.

Vor allem das Wachstum im Bereich E-Commerce macht das Mobility-Startup auch für Google interessant. Der Internetkonzern hat sich kürzlich an dem Unternehmen beteiligt, insgesamt sollen in der Runde 1,2 Milliarden US-Dollar geflossen sein, Google habe 100 Millionen gegeben, heißt es. Neben dem US-Konzern hat auch Singapurs Staatsfonds Temasek investiert. Ebenfalls beteiligt sind der chinesische Internetgigant Tencent und die Wagniskapital-Gesellschaft Sequoia Capital. Insgesamt soll die Bewertung von Go-Jek heute bei mehr als vier Milliarden Dollar liegen.

Laut einer Studie von Google und Temasek soll der Umsatz in der schnell wachsenden Internetszene Südostasiens von derzeit 50 Milliarden US-Dollar auf rund 200 Milliarden Dollar im Jahr 2025 wachsen. Ridesharing könne dann auf einen Anteil von 13 Milliarden US-Dollar kommen. Wirklich viel zu holen sei allerdings in der E-Commerce-Branche. Hier prognostiziert die Studie ein Marktvolumen von 88 Milliarden Dollar in 2025. Eine Summe, von der Go-Jek möglichst viel für sich einstreichen will.

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Die Mobility-App als Werbeplattform

Wie die Jakarta Post berichtet, wird in der App das Ende des aktuellen Star-Wars-Films beworben. Gegen das Einlösen von Go-Points – so nennt sich das Treuepunkte-System des Dienstes – können die Kunden Merchandise-Produkte zum Film erwerben. Mit angeblich mehr als zehn Millionen aktiven Nutzern in 50 indonesischen Städten und mehr als 40 Millionen Downloads hat die App das Potenzial, zu einem relevanten Werbekanal zu werden. Ein Geschäftsmodell, auf das auch einige Bikesharing-Anbieter schielen.

Bild: Getty Images / BAY ISMOYO

 

Triff Rowan Barnett, Head of Google for Entrepreneurs, auf der HEUREKA Founders Conference am 05. Juni in Berlin.

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