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Rocket-Aufsichtsrat wechselt zum Tesla-Konkurrenten Faraday

Erst Vorstand bei BMW, dann bei der Deutschen Bank – Stefan Krause, derzeit Aufsichtsrat bei Rocket Internet, wechselt zu dem angeschlagenen E-Auto-Startup Faraday.

Ex-BMW-Vorstand Stefan Krause, momentan Aufsichtsrat bei Rocket Internet, soll das angeschlagene Startup Faraday Future unterstützen. Das berichtet das Manager Magazin. Der 54-Jährige werde zum 1. März bei dem chinesischen E-Auto-Hersteller als Finanzchef starten.

Krause begann seine Karriere 1987 bei BMW und brachte es bis zum Vorstand für Sales und Marketing. 2008 wechselte der Manager daraufhin zur Deutschen Bank. Im Rahmen des Vorstandsumbaus verließ Krause die Bank 2015 und wurde ein Jahr später zum Aufsichtsrat der Rocket Internet SE ernannt.

Krause soll dem Medienbericht zufolge dabei helfen, die Finanzen des chinesisch-kalifornischen Unternehmens in den Griff zu bekommen und neue Investoren gewinnen. Der Tesla-Herausforderer Faraday Future hatte zuletzt Schwierigkeiten, die angekündigten Produktionspläne einzuhalten.

Hinter dem 2014 gegründeten Startup steckt der chinesische Internet-Milliardär Jia Yueting. Noch auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hatte er angekündigt, sieben E-Fahrzeug-Modelle entwickeln zu wollen. Derzeit seien nur noch zwei geplant, heißt es beim Handelsblatt. Mit der Entwicklung und Produktion in den USA habe sich das chinesische Startup übernommen – anstatt der anfänglich für 2017 geplanten rund 150.000 E-Autos könnten im neuen Werk von Nevada lediglich 10.000 gebaut werden. Die Eröffnung des Werks finde nicht vor 2019 statt.

Faraday Future beschäftigt nach eigenen Angaben inzwischen 1400 Mitarbeiter, die meisten davon in Kalifornien. Ein Dutzend hochrangiger Angestellter in den USA sollen das Unternehmen jedoch in den vergangenen Monaten wieder verlassen haben, heißt es in Medienberichten.

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Die chinesischen Investoren dahinter, Leshi Internet Information und Technology Corp, hatten anfänglich damit gerechnet, bis zum geplanten IPO des Startups im Jahr 2020 etwa eine Million Fahrzeuge in den USA und China zu verkaufen.

Doch Probleme mit der Sensorik für die autonomen Fahrzeuge, Produktionsengpässe und finanzielle Schwierigkeiten machen dem Unternehmen zu schaffen.

Eine weitere Milliarde Dollar soll laut Handelsblatt in das neue Werk in Nevada investiert werden. Ähnlich wie Tesla wird auch Faraday Future dafür neue Investoren benötigen. Hier könnten die alten Kontakte von Krauses Zeit bei BMW durchaus hilfreich sein.

Bild: Getty Images /Thomas Lohnes

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