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Rolls-Royce schafft ein Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz

Intelligente Triebwerke sollen das Fliegen effizienter machen. Ein Kontrollzentrum wertet Echtzeitdaten aus Flugzeugen aus. Und Nano-Roboter sollen bei der Wartung helfen.

Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce baut im brandenburgischen Dahlewitz ein Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (KI) auf. Das britische Unternehmen kündigte kürzlich KI-Investitionen in Höhe von 100 Millionen Pfund (113 Millionen Euro) innerhalb der nächsten fünf Jahren an.

Das Zentrum, das seine Arbeit bereits im kommenden Jahr aufnehmen soll, arbeitet eng mit dem Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam zusammen und soll von der lebendigen Berliner Startupszene profitieren. „Der deutsche KI-Hub wird zeigen, wie Industrieunternehmen Künstliche Intelligenz einsetzen können, um zur Wertschöpfung beizutragen“, sagte Carline Gorski, die Direktorin der R2 Data Labs des Triebwerksherstellers.

Nano-Roboter sollen Flugzeug-Triebwerke überwachen

Nano-Roboter sollen Flugzeug-Triebwerke überwachen. Dies ist nur ein Prototyp.

Rolls-Royce will Künstliche Intelligenz zur Echtzeit-Analyse von Triebwerksdaten nutzen. Computer sollen Muster von Funktionsstörungen in Triebwerken erkennen und durch maschinelles Lernen eine vorausschauende Wartung der Aggregate ermöglichen. Ferner entwickelt Rolls-Royce digitale Assistenten – für Servicekräfte ebenso wie für die Konstrukteure, die per Web-App Datenpunkte aus Triebwerken abrufen können.

Erste Ansätze der Digitalisierung reichen zurück in die 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Damals hat das Unternehmen begonnen, „Digital Twins“, also digitale Zwillinge, der Triebwerke zu entwickeln. Das sollte Wartung und Instandsetzung der Antriebe optimieren. „Wir sammeln seit 30 Jahren Daten“, sagt Caroline Gorski.

Rolls-Royce sammelt Daten in Echtzeit 

Die R2 Data Labs haben bereits automatisierte Lösungen für die Auftragsverarbeitung und Funktionsanalyse von Triebwerken entwickelt, etwa das Engine Health Monitoring Tool. So können etwa außergewöhnliche Vibrationen erkannt und Reparatur-Alarme ausgelöst werden. Die Software kann Muster in der gesamten Flotte suchen, denn alle Funktionsdaten der 11.250 aktiven Triebwerke des Herstellers laufen an einer zentralen Stelle zusammen. Der Datenpool wächst jährlich um 30 Terabyte. So lernt das Tool aus der Vergangenheit. Wie es heißt, ist die Zahl der wegen Triebwerksstörungen ausgefallenen Flüge deutlich gesunken.

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Die neue Triebwerksgeneration Pearl für die Bombardier-Businessjets Global 6500, die in Dahlewitz montiert wird, geht einen Schritt weiter. Sie ist mit einem „Engine Health Management“ ausgestattet. „Die Maschine spricht mit uns und wir sprechen mit der Maschine“, sagt der Marketingchef des Unternehmens, Richard Goodhead. Auf diese Weise lassen sich bei Störungen Lösungen leichter finden und die Verfügbarkeit des Flugzeugs steigern. „Wir können voraussagen, wann ein Bauteil ersetzt werden muss und damit den Wert des Flugzeugs erhalten.“

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Dazu werden während des Flugbetriebs laufend Daten gesammelt – pro Flug sind es an die 35 Mbit. Die wichtigsten werden in kleinen Häppchen noch während des Fluges an die Leitstelle gefunkt, die Masse der Daten wird erst nach der Landung übertragen.

Eine Art Facebook für Triebwerke

Dazu hat Rolls-Royce eine Art Facebook für Triebwerke entwickelt, bei dem jede Maschine ein eigenes Profil und eine Timeline der Störungen besitzt. Der im Hintergrund laufende Algorithmus analysiert laufend dieses Netzwerk und spricht dem Wartungsingenieur Empfehlungen aus. Er kann Ereignisse auf einen Blick vergleichen und dadurch besser verstehen.

In fünf bis zehn Jahren will der Triebwerkshersteller Nano-Roboter für die Triebwerkswartung einsetzen. Sie werden mit einer Art Endoskop in die Maschine eingeführt, schwärmen im Triebwerk aus. Ihre Kameras entdecken Schäden an den Metallteilen. Nach der Untersuchung werden sie wieder eingesammelt. Erste Prototypen gibt es bereits. Doch die seien mit zwei Inches (5 cm) Länge viel zu groß, sagt Richard Goodhead.

Rolls-Royce | SWARM robots from Rolls-Royce on Vimeo.

Bilder/Video: Rolls-Royce

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