Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

Sixt steckt 100 Millionen Euro in neue Mobility-Services

Das Unternehmen will Autovermietung, Chauffeurservice und Flatrate-Angebote in einer App bündeln. Erst im Januar war Sixt beim Carsharing-Anbieter DriveNow ausgestiegen.

Nach dem Ausstieg aus der gemeinsam mit BMW betriebenen Carsharing-Firma DriveNow will der Autovermieter Sixt das Geschäft mit Mobilitätsdiensten allein vorantreiben. Im Laufe von fünf Jahren würden rund 100 Millionen Euro in das „Projekt 1" investiert, sagte Vorstandschef Erich Sixt am Donnerstag. Ziel sei, alle Mobilitätsangebote – Autovermietung, Chauffeurservice oder Flatrate-Angebote – zu bündeln und in einer App zur Verfügung zu stellen. Carsharing sei dabei „nur ein ganz kleines Puzzleteil der Mobilität“, in der klassischen Form mit frei abstellbaren Fahrzeugen sei es ohnehin nur in Großstädten mit überschaubarer Fläche profitabel zu betreiben, in den USA etwa nur an fünf Standorten. „Wir planen keine Kopie von DriveNow.“ Einen Partner könne er sich nicht vorstellen.

 

Entwickelt werden die neuen Services überwiegend in der im Juni neu eingerichteten Abteilung Sixt X. Mit einem Team von derzeit 20 Mitarbeitern erarbeite man momentan Blueprints für neue Geschäftsmodelle rund um das Thema New Mobility, sagte Nico Gabriel, Leiter der Abteilung im Juli im Interview mit NGIN Mobility und Gründerszene.

Was steckt eigentlich hinter Sixt X?

Nach dem Verkauf der DriveNow-Anteile hat die Autovermietung einen eigenen Mobilitätsbereich geschaffen. Ein Gespräch über erste Projekte, Sharing und die Konkurrenz.

 

Wann das Angebot startet, ließ Sixt offen. Man sei nach wie vor im Testmodus, „es fehlt nicht mehr viel". Die Ausrüstung von Mietwagen mit Telematik-Systemen habe begonnen, gehe aber nicht so schnell voran wie zunächst angenommen. Ursprünglich war von 40.000 Fahrzeugen bis Jahresende die Rede, jetzt geht Sixt von 20.000 aus. In Deutschland umfasst die Vermietflotte des Konzerns gut 50.000 Autos; im Schnitt werden sie alle sechs Monate ausgetauscht. Die Anmietung im digitalen Self-Service hatte Sixt in der Vergangenheit in der Schweiz getestet und bietet sie jetzt an sechs deutschen Flughäfen an. Deutschland sei „der Einfachheit halber“ der Testmarkt, weil hier die Zentrale und die IT-Ingenieure säßen, führte Sixt aus. „Das Ausrollen in andere Länder ist überhaupt kein Problem. Wir wollen das definitiv nicht nur in Deutschland betreiben.“ Vor allem die USA sehe er „als fantastischen Wachstumsmarkt“.

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Sixt hatte seine 50-Prozent-Beteiligung an DriveNow für rund 200 Millionen Euro an BMW verkauft und im ersten Halbjahr einen Rekordgewinn von 326,9 Millionen Euro verbucht. Ohne diesen Einmaleffekt stieg das Ergebnis vor Steuern (EBT) um 27,5 Prozent auf 130,8 Millionen Euro. Im Gesamtjahr 2018 soll es deutlich steigen, bekräftigte Sixt und fügte hinzu, unter „deutlich“ verstehe er „größer zehn Prozent“. Auch der operative Konzernumsatz soll deutlich zulegen.

Bild: Getty Images / Chesnot

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