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Sony überrascht mit eigenem E-Auto – deutsche Firmen bauen mit

Auf der CES in Las Vegas präsentiert Sony ein eigenes Elektroauto. Die maximale Geschwindigkeit soll 240 Stundenkilometer betragen. Deutsche Firmen spielen eine wichtige Rolle.

Kenichiro Yoshida ist eigentlich kein emotionaler Mensch. Doch in den letzten Minuten seiner Präsentation auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas musste der Chef des Elektronik-Riesen Sony am Montag dann doch einmal verschmitzt lächeln.

Und tatsächlich ist dem Japaner eine Überraschung gelungen, als er ein schnittiges Elektroauto auf die Bühne fahren ließ. „Dieser Prototyp verkörpert unseren Beitrag zur Zukunft der Mobilität“, sagte Yoshida. Ganz nebenbei stahl er Daimler-Chef Ola Källenius ein wenig die Show, der knapp drei Stunden später seine große Keynote in Las Vegas halten sollte.

Mehrere Hundert anwesende Journalisten schauten sich verwundert an. Sie hatten vieles erwartet, vor allem aber Neuigkeiten zur nächsten Generation der Playstation-Spielkonsole. Aber ein Auto?

Auch nach der Präsentation blieben viele Fragen offen. Gerade einmal zwei Minuten und zehn Sekunden hatte der Sony-Chef über sein neues Auto gesprochen, die bisher größte Überraschung auf der weltweit wichtigsten Hightech-Messe.

„Wir haben unserer Vision eine Form gegeben, um unser Verständnis von Autos in Sachen Design und Technologie zu vertiefen“, erklärte Yoshida dann noch. Die für den Prototypen entwickelte Elektro-Plattform sei auch für andere Fahrzeugtypen wie etwa SUVs geeignet.

Für Sony ist die Vision-S, einen anderen Namen gibt es für das Auto nicht, ein Aushängeschild, das der Welt unmissverständlich sagen soll: Wir können das. 33 Sensoren hat der Konzern in sein Auto eingebaut, die sowohl die Umgebung des Autos als auch das Innere des Fahrzeugs erfassen.

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Schon in der Vergangenheit hatte sich Sony der Autoindustrie als Zulieferer empfohlen, unter anderem auch mit Kameras für das autonome Fahren und Fahrassistenten. Dass der Hersteller nun gleich ein eigenes Auto präsentiert, könnten die bisherigen Kunden unter den Autobauern dem Unternehmen übel nehmen.

Zu den Sony-Sensoren für das Auto zählen neben Kameras auch Lidar-Sensoren, die Abstände präzise messen und die Umgebung dreidimensional erfassen. Die Informationen von allen Sensoren werden zusammengefügt und ergeben so ein sich ständig aktualisierendes Lagebild. Sony nennt das „Sensorfusionstechnologie“.

Im Inneren des Fahrzeugs stehen den Insassen Panorama-Displays zur Verfügung, die sich fast über die gesamte Länge des Armaturenbretts ziehen. Auch für die Fahrgäste auf der Rückbank gibt es eigene Displays. In jedem Sitz seien Lautsprecher verbaut, die Musik in „360 Reality Audio“ abspielen. Damit hat der Zuhörer den Eindruck, dass die Musik von allen Seiten kommt. Für jeden Fahrzeuginsassen wird eine eigene Sound-Umgebung geschaffen, so dass jeder seine eigene Musik hören kann.

Das Auto verfüge über eine Software, die mit Hilfe der künstlichen Intelligenz, Telekommunikations- und Cloud-Technologien von Sony reguliert werde, um die Funktionen kontinuierlich zu aktualisieren und weiterzuentwickeln. Die Kommunikation soll über den neuen Mobilfunkstandard 5G laufen.

Dass nicht vor der Präsentation Informationen über Sonys Autopläne an die Öffentlichkeit gelangten, ist eigentlich verwunderlich. Denn Sony hat das Auto natürlich nicht allein gebaut. Gleich mehrere Zulieferer aus Deutschland sind beteiligt. So nennt Sony die Unternehmen Bosch, ZF, Continental und Here als Partner.

Bei der Elektroauto-Plattform dürfte Magna Steyr aus Österreich geholfen haben, die ebenfalls als Partner angegeben werden. Außerdem steckt im Vision-S auch Technik von Benteler, Nvidia, Blackberry und Qualcomm.

Der Prototyp mit Vierradantrieb hat Platz für vier Personen und beschleunigt von 0 auf 100 Stundenkilometer in 4,8 Sekunden. Die maximale Geschwindigkeit soll 240 Stundenkilometer betragen. Zur Reichweite hat Sony keine Angaben gemacht.

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Auf die Frage, ob es eines Tages vielleicht einmal ein Sony-Auto zu kaufen gibt, wich eine Unternehmenssprecherin aus. Das könne man heute noch nicht sagen, heißt es dazu.

Experten bezeichnen die vernetzten Elektroautos heute gern als Smartphones auf Rädern, die sich per Software mit neuen Funktionen versehen lassen. Für Sony wäre das jedoch kein guter Vergleich. Denn im Geschäft mit Smartphones sind die Japaner nach Jahren des Siehtums in die Bedeutungslosigkeit gerutscht.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Welt.de.

Bild: Sony

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