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„Ich war pro Woche im Schnitt auf zwei internationalen Flügen unterwegs“

Mehr als 160 Millionen Euro sammelte die Frontier Car Group 2018 ein. Im neuen Jahr will sich der Chef des Gebrauchtwagenhändlers auch wieder anderen Dingen widmen.

Für sein Startup lief es in den letzten Monaten ausgezeichnet: Die Frontier Car Group (FCG) konnte viele Investoren von sich überzeugen und drei große Finanzierungsrunden mit einem Gesamtvolumen von mehr als 160 Millionen Euro abschließen. Das Berliner Startup verkauft gebrauchte Autos in Ländern wie Mexiko, Pakistan oder Indonesien über das Internet. Autobesitzer lassen ihre alten Fahrzeuge dazu in Filialen begutachten und bekommen ein Angebot. Um den Verkauf kümmert sich die FCG.

Schon vor seiner FCG-Karriere war Tyle ein Überflieger. Mit 15 ging er nach Harvard, verließ die Uni dann aber als Stipendiat des Star-Investors Peter Thiel. Was hat der Gebrauchtwagen-Gründer nach dem letzten Jahr in den kommenden zwölf Monaten vor? Seine Antworten im Fragebogen.

Was ist dein wichtigster Vorsatz für 2019?

Sport ist für mich genauso wichtig wie auf der Arbeit alles zu geben. Ich will effizienter und smarter reisen und mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. 

Welchen Fehler willst du 2019 nicht noch mal machen?

In frühphasigen Startups passiert es schnell, dass Geschäft und Leben eins werden. Auch wenn es aufregend ist. Bei uns gehören Reisen um die Welt fast zum Tagesgeschäft dazu. 2018 war ich pro Woche im Schnitt auf zwei internationalen Flügen unterwegs, meistens auf verschiedenen Kontinenten. Unser Team ist jetzt aber so groß, dass wir Arbeit auch mal delegieren können. Das Unternehmen ist reifer geworden, sodass es leichter fällt, Prioritäten zu setzen. Ich will deshalb 2019 nicht den Fehler machen, falsch zu priorisieren, wenn es darum geht, gesund zu bleiben und Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

Wofür willst du 2019 weniger Zeit investieren?

Vielflieger-Programme.

Was willst du 2019 häufiger tun?

Erstens lesen. Kürzlich habe ich mir vorgenommen, mindestens zwei Bücher pro Monat zu lesen, in denen es nicht um Technologie und Entrepreneurship geht. Zweitens will ich häufiger in Parks in und um Berlin Basketball spielen. 

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Was willst du 2019 lernen?

Jetzt, da wir in Berlin ein ansehnliches Unternehmen aufgebaut haben, ist es wohl für mich an der Zeit, etwas Deutsch zu lernen. Außerdem will ich flüssiger und selbstbewusster Spanisch sprechen, da wir schließlich (über die FCG, Anm. d. Red.) auch viel Zeit in Lateinamerika verbringen. 

Welches Buch willst du 2019 unbedingt lesen?

So viele. Wahrscheinlich wird es „Wenn Breath Becomes Air“ (deutscher Titel: „Bevor ich jetzt gehe“, Anm. d. Red.) von Paul Kalanithi, um mich daran zu erinnern, was im Leben wirklich zählt. Und „Bad Blood: Secrets and Lies in a Silicon Valley Startup“ von John Carreyrou, um zu lernen, welche Fehler wir bei der Frontier Car Group nicht machen sollten. 

Welche Person willst du 2019 kennenlernen?

Bryan Stevenson, den Gründer der Equal Justice Initiative aus den USA. Sein Buch „Just Mercy“ war mein Favorit in 2018.

Welche Geschichte willst du 2019 auf jeden Fall nicht auf Gründerszene über dich lesen?

Einer der Gründe für uns, die FCG zu starten und so viel Zeit in Schwellenländern zu verbringen, ist die schiere Zahl an Talenten und Chancen, die es dort gibt. Gleichzeitig fehlt es an Kapital und gut umgesetzten Ideen. Ich bin sehr stolz, dass wir bei FCG über 1.700 Menschen in elf Ländern in Vollzeit beschäftigen, 90 Prozent davon in Schwellenländern. Ich fände es furchtbar, zu lesen, dass ich bei einem dieser Menschen etwas verkehrt gemacht habe. Egal ob unangemessener Umgang, unterdurchschnittliche Bezahlung oder Belästigung. Personalfragen sind mir sehr wichtig und wir investieren viel Zeit, um sicherzustellen, dass solche Probleme nicht auftauchen.

Im Sommer besuchte Tyle die Gründerszene-Redaktion. Im Interview sprach er unter anderem über Unterschiede zum Konkurrenten und Unicorn Auto1:

Bild: Getty Images / Boston Globe; Übersetzung aus dem Englischen: Elisabeth Neuhaus

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