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Auf diese zwei Berliner Scooter-Startups schaut die ganze Szene

Mehrere prominente Teams wollen E-Tretroller-Sharing nach Deutschland bringen. Das US-Vorbild Bird ist in wenigen Monaten zum Milliardenunternehmen aufgestiegen.

Hunderte Millionen Dollar haben Wagniskapitalgeber in den vergangenen Monaten in amerikanische Scooter-Startups gesteckt – während deutsche Politiker aktuell noch darüber diskutieren, ob sie die kleinen elektrischen Roller überhaupt zulassen wollen. Zwar mag die Frage nicht geklärt sein, trotzdem kommt nun Bewegung in den deutschen Scooter-Markt.

Zwei Teams bauen in Berlin eigene Scooter-Startups auf, mit denen sie in Europa ein Sharing-Angebot für die kleinen elektrischen E-Roller etablieren wollen. Die Unternehmen Go Flash und Tier Mobility sind aktuell dabei, Mitarbeiter für ihr Vorhaben zu suchen und wollen Gelder von Investoren aufnehmen, um selbiges zu finanzieren. Die Berliner Wagniskapitalgeber sind aufgeregt dabei, sich das Thema anzuschauen.

Hinter den beiden Startups stecken bekannte Gesichter der Startup-Szene: Rebuy-Gründer Lawrence Leuschner und Lukasz Gadowski, einer der ehemaligen Strippenzieher bei Delivery Hero und dem Company Builder Team Europe, leiten die beiden Teams, wie Deutsche Startups vor einigen Tagen berichtete.

Nun werden erste Details bekannt:

  • Der Rebuy-Gründer startet Tier Mobility zusammen mit Julian Blessin, der für BCG Digital Ventures bereits das Roller-Sharing-Startup Coup aufgebaut hat. Außerdem ist der ehemalige CTO von Lieferando (Takeaway) mit dabei, Mathias Laug. Die Wagniskapitalgeber Point Nine Capital und Speedinvest sollen nach Gründerszene-Informationen bereits einen einstelligen Millionenbetrag in das Unternehmen gesteckt haben. Außerdem arbeitet das Unternehmen bereits an einer weiteren Finanzierungsrunde, die eine Größenordnung im zweistelligen Bereich haben soll. Das Startup wollte das auf Nachfrage nicht kommentieren, die VCs waren bis zu der Veröffentlichung dieses Artikels nicht zu erreichen.

    Update vom 1.10.2018: Die beiden VCs Point Nine Capital und Speedinvest haben zwei Millionen Euro in Tier Mobility investiert, wie das Startup  mitteilte. Demnach soll das Geld für die Markteinführung verwendet werden, man wolle „in wenigen Wochen“ in den ersten europäischen Märkten starten.

  • Go Flash ist das Startup von Gadowski, das aktuell in der Schweiz nach Mitarbeitern sucht. Der VC Target Global, bei dem Gadowski als Partner eingestiegen ist, soll an dem Unternehmen beteiligt sein. Beide wollen sich zu dem neuen Scooter-Startup nicht äußern. In der Selbstbeschreibung heißt es: „We are beginning our journey for better mobility by deploying electric shared kick-scooters in major cities around the globe, which can easily be accessed via smartphone.“

Mit dem Scooter-Sharing wollen die neuen Unternehmen eine neue Art der Fortbewegung für kurze Strecken einführen. Als Vorreiter gilt das US-Startup Bird, welches bereits innerhalb von kurzer Zeit zu einem Unternehmen mit Milliarden-Bewertung aufgestiegen ist. Die Frage, welche Anbieter von den Stadtverwaltungen zugelassen werden, treibt die junge Szene um. Gerade mussten sich Bird und der prominente Konkurrent Lime aus San Francisco zurückziehen.

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Auch in Europa wird dies eine zentrale Frage sein. Viele Städte hadern gerade ohnehin mit den vielen Bike-Sharing-Anbietern, deren Räder die Fußwege verstopfen. Ein europäischer Scooter-Player könnte in dem Vergabeverfahren bessere Chancen haben. Bird drängt derweil nach Europa – und auch der Leihradanbieter Byke arbeitet unter dem Namen Wind an einem Angebot. Geleitet wird das Startup unter anderem von Julia Boss, die vorher als Rechtsberaterin bei Rocket Internet tätig war. In Frankreich hat Wind laut Website bereits E-Scooter auf der Straße. Bis der erste Scooter auf deutschen Straßen fährt, werden noch einige Monate vergehen – mit einem echten Boom dürfte wohl erst nach dem Winter zu rechnen sein.

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Mitarbeit: Jana Kugoth; Bild: Getty Images/Ralph Orlowski/Rebuy
Die erste Version des Artikels erschien am 21. September 2018.
 

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