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Das Milliarden-Startup Bird kommt nach Europa

Das US-Startup will international expandieren. Zunächst startet ein Pilotprojekt in Paris. Doch nicht überall ist das Unternehmen mit seinen E-Tretrollern willkommen.

Das US-Startup Bird startet in Europa. Ab heute stehen die elektrischen Tretroller des Startups in Paris, wie The Verge berichtet. Dort ist bereits der Wettbewerber Lime aktiv, ein Sharing-Startup, das seine Leihräder auch in Berlin verteilt hat. Zunächst werde Bird seine Flotte in der Zwei-Millionen-Metropole testweise betreiben, heißt es weiter. Im ersten Schritt sollen 50 bis 100 E-Floater verteilt werden.

Neben Paris will das Startup auch nach Tel Aviv expandieren. Bird sei mit der Universität in der israelischen Hightech-Metropole im Gespräch. Gemeinsam soll laut des Berichts ein Pilotprojekt gestartet werden. Weitere Städte seien schon in Planung. Der Hauptsitz des Startups in Europa ist Amsterdam.

Verantwortlich für die Expansion ist Patrick Studener. Er führt die Geschäfte des kalifornischen Startups in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Bevor Studener bei Bird anheutere, arbeitete er drei Jahre für den US-Fahrdienst Uber, wie auch Bird CEO Travis VanderZanden.

Probleme mit den Behörden

Studener gegenüber The Verge: „Viele Städte haben mit Staus und Umweltverschmutzung zu kämpfen und wollen herausfinden, wie sich der private Autobesitz reduzieren lässt.“ Man habe sich zunächst für Paris und Tel Aviv entschieden, weil beide Städte „innovations- und techfreundlich seien“, so Studener. Auf die Frage, welche spezifischen Genehmigungen das Startup bei den Städten jeweils eingeholt habe, blieb Studener jedoch vage: „Grundsätzlich sind wir sehr kooperativ und wollen mit den Behörden zusammenarbeiten.“ Bird spreche in Paris und Tel Aviv „sowohl auf kommunaler als auch auf nationaler Ebene“ mit Regierungsvertretern.

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In den USA ist das mit zwei Milliarden Dollar bewertete Startup in 30 Städten aktiv. Teilweise lassen die Beziehungen zu den örtlichen Behörden zu wünschen ürbig. Mehrere Städte haben bereits Strafanzeige gegen das Startup eingereicht und warnen vor schweren Unfällen. Einige Städte haben strenge Auflagen für die Anbieter wie Bird und Lime erlassen.

Und was ist mit Deutschland?

Hierzulande sind die elektrischen Tretroller von Bird verboten. Auf deutschen Straßen sind sie nicht zugelassen. Wer im Straßenverkehr erwischt wird, muss mit Strafen rechnen. Noch in diesem Jahr soll sich die Rechtslage allerdings ändern. Es soll eine eigene Fahrzeugklasse für die sogenannten elektrischen Kleinstfahrzeuge mit Geschwindigkeiten zwischen 12 und 20 km/h geben, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht. Darin heißt es weiter: Verkehrsrechtlich sollen die kleinen E-Fahrzeuge „wie Fahrräder mit der Maßgabe besonderer Vorschriften behandelt werden“. Das könnte bedeuten: Sie müssen Fahrradwege nutzen. Eine Führerschein- oder Versicherungspflicht gäbe es dann allerdings nicht mehr.

Bild: Getty Images/ Justin Sullivan

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