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Uber vs. Mytaxi – wer schlägt sich besser in Deutschland?

Für beide Ridehailing-Unternehmen ist Deutschland ein wichtiger Markt – und es stehen große Entscheidungen an. Kann sich das deutsche Mytaxi gegen Uber behaupten?

Beiden Unternehmen steht ein entscheidendes Jahr bevor: Das Ridehailing-Startup Uber drängt an die Börse – und will vorher auf dem wichtigen deutschen Markt Fuß fassen. Mit einer groß angelegten Werbekampagne macht der US-Anbieter zurzeit in Berlin auf sich aufmerksam.

Ubers Konkurrent Mytaxi wird künftig Freenow heißen. Der deutsche Anbieter ist zentraler Teil eines neuen Gemeinschaftsunternehmens von Daimler und BMW. Der Autobauer Daimler hatte das Startup vor einigen Jahren übernommen. Insgesamt eine Milliarde Euro wollen beide Unternehmen in fünf Joint Ventures stecken.

Mytaxi vermittelt Taxen über seine App, während Uber mit Partnerfirmen wie dem Berliner Chauffeurservice Safedriver zusammenarbeitet. In anderen Ländern vermittelt Uber freiberufliche Fahrer – das ist in Deutschland allerdings bislang nicht erlaubt.

Die Regeln stehen auf dem Prüfstand

Verkehrsminister Andreas Scheuer will die Regeln dafür ändern und den Betrieb von Uber erleichtern. Erst vor wenigen Tagen demonstrierten 700 aufgebrachte Taxifahrer gegen den Vorschlag des Ministers.

Der Streit schlägt sich auch indirekt bei den beiden Diensten Uber und Mytaxi nieder, weil der deutsche Anbieter herkömmliche Taxen vermittelt. „Das Taxigewerbe wird vor die Hunde gehen, wenn die Wettbewerbsbedingungen nicht angepasst werden", sagte Mytaxi-Chef Alexander Mönch der Deutschen Presse-Agentur (DPA).

Doch wie schlagen sich die beiden Player hierzulande? Konkrete Zahlen zu Fahrten oder Umsätzen für den deutschen Markt geben beide Unternehmen auf Nachfrage nicht heraus. Zusammen mit dem Berliner Startup Priori Data, das kürzlich von AppScatter gekauft wurde, hat Gründerszene die Download-Zahlen von Uber und Mytaxi für Deutschland ausgewertet. Es handelt sich dabei um Download-Schätzungen, die auf verschiedenen Datenquellen wie den Rankings im App Store entstehen. (Ein Blogbeitrag des Unternehmens erklärt die Methode.)

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  • Obwohl Uber bislang nur in wenigen Städten verfügbar ist, schlägt es sich bei den Downloads erstaunlich gut. Dies spricht auch für die Markenbekanntheit. Allerdings sagt die Download-Zahl wenig über die tatsächliche Nutzung aus. 100 regelmäßige Nutzer sind besser als 1.000 Downloads, die ihre Mobilitäts-App schnell wieder löschen.
  • Seit dem Start 2014 wurde laut der Schätzung die Uber-App 1,3 Millionen Mal heruntergeladen.  
  • Mytaxi liegt im selben Zeitraum bei 1,2 Millionen Downloads.

 

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  • Bei Android kommt Mytaxi auf insgesamt 1,4 Millionen Downloads.
  • Bei Uber sind 300.000 weniger, auch wenn der Dienst in den vergangenen Monaten etwas aufholen konnte.
  • Es ist anzunehmen, dass sich unter den Uber-Downloads auch zahlreiche Urlauber befinden. Zum Beispiel Deutsche in den USA. Uber ist international in 600 Städten verfügbar, bei Mytaxi sind 100 Städte in Europa.

Bild: Getty Images/Sean Gallup/Staff

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