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Dieses Startup jagt Fahrrad-Diebe auf der ganzen Welt

Fahrrad weg? Ein niederländisches Startup verspricht, es innerhalb von zwei Wochen zurückzubringen. Dabei setzt das Unternehmen nicht nur auf smarte Technik.

Zwei Stunden geparkt, schon ist's weg: Es gibt in Berlin wohl kaum einen Fahrradfahrer, dem das noch nie passiert ist. Rund 30.000 Räder wurden laut Kriminalitätsstatistik 2017 allein in der Hauptstadt als gestohlen gemeldet. Viel Geld in ein Rad zu investieren, ist darum riskant. Für denjenigen, der an seinem Drahtesel hängt und nicht allein auf die Versicherung setzen will, kommt womöglich ein Fahrrad mit unsichtbarer Alarmanlage und Aufspür-Service in Frage.

Mit Preisen zwischen 800 und 2.500 Euro sind die Räder des niederländischen Unternehmens VanMoof allerdings nicht ganz günstig. Es verspricht seinen Kunden dafür aber, Langfingern das Handwerk zu legen. Zum einen schlägt das Fahrrad schrill Alarm, wenn sich jemand daran zu schaffen macht. Zum anderen hat VanMoof sogenannte Bike Hunter angeheuert.

Fahrrad-Jagd auf der ganzen Welt

Die Aufgabe der Fahrrad-Jäger: Sie sollen gestohlene Räder wieder zu ihrem Besitzer bringen. Und das innerhalb von zwei Wochen, lautet das Versprechen. Egal, wo auf der Welt sich das Rad befindet. Stationiert sind die Jäger in Amsterdam, Berlin, New York, Tokio und Taipei.

Für die Suche nutzen die Bike Hunter Mobilfunk-Signale. In der zum Rad gehörenden App wird auf einer Karte ein Radius angezeigt, in dem sich das Fahrzeug befindet. In der Regel sei die Suche nicht sehr gefährlich, berichtet VanMoofs-PR-Managerin Karlijn Marchildon im Gespräch mit Gründerszene und NGIN Mobility. Überwiegend würden die Räder maximal drei Kilometer entfernt von dem Ort wiedergefunden, wo es der Besitzer das letzte Mal abgestellt habe. 

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Auch NGIN Mobility hat das System im Rahmen eines nachgestellten Diebstahls ausprobiert. Nachdem das Bike als gestohlen gemeldet war, wurde in der App angezeigt, wo es sich jetzt befindet. Unsere Redakteurin ist dem Signal gefolgt und hat sich auf die Suche gemacht. Nach etwa 15 Minuten war das Fahrrad in dem ausgewiesenen Radius gefunden, knapp drei Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt. Mission Complete:

Doch nicht immer läuft die Suche derart simpel ab und ist erfolgreich. Im Februar letzten Jahres hatte ein Bike Hunter in Amsterdam ganz schön mit einem Fall zu schaffen. Stundenlang versuchte er vergebens, ein als gestohlen gemeldetes Bike ausfindig zu machen – irgendwann brach das Signal ab. Und war dann plötzlich wieder da. Allerdings kam es nicht mehr aus Holland. Sondern aus Casablanca. Offenbar war das Hightech-Rad nach Marokko entführt worden. Gemeinsam mit seinem Team stieg der Fahrrad-Jäger ins Flugzeug. Doch nach einigen Tagen mussten sie mit leeren Händen nach Amsterdam zurückfliegen. Die Suche war nicht ganz ungefährlich, immer wieder verlor sich das Signal und brach irgendwann ganz ab. Die dortige Polizei sah den Fall als nicht wichtig genug an und verweigerte die Mithilfe.

Sparring-Partner der Polizei

Das sei nicht in allen Ländern so, sagt die VanMoof-PR-Chefin. In einigen arbeite man bereits mit den dortigen Ordnungshütern zusammen.

Die Bilanz aus 2017: Rund 70 Prozent der geklauten Bikes habe man zu ihren Besitzern zurückbringen können, heißt es.

Für all diejenigen, die am Drahtesel der Oma hängen, gibt es auch andere Lösungen statt direkt ein neues Rad zu kaufen. Zum Beispiel smarte Schlösser, die ebenfalls laut um Hilfe schreien, wie in unserer Bildergalerie zu sehen ist.

Bild: VanMoof; Video: Marco Weimer

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