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Mit Müllautos und Künstlicher Intelligenz gegen Schlaglöcher

Smart Citys leben von den Daten, die in den Städten gewonnen werden. Ein Stuttgarter Startup liefert dafür einen präzisen Bericht zum Zustand der Straße.

Sie zwingen Rad- und Autofahrer zum Slalomfahren: Schlaglöcher. Einen genauen Überblick über die Anzahl der Straßenschäden zu bekommen, ist allerdings schwer. Täglich kommen neue hinzu, besonders nach Bodenfrost steigt die Zahl.

Ein Stuttgarter Startup will Kommunen helfen, einen Überblick über den Straßenzustand zu bekommen. Vialytics hat eine Software entwickelt, mit der sich der Zustand erfassen und auswerten lässt. Dazu wird ein Smartphone mit der vom Startup entwickelten App an der Windschutzscheibe eines Müllautos oder einer Kehrmaschine angebracht, erklärt Vialytics-Geschäftsführer Danilo Jovicic auf der NGIN Mobility Conference (siehe Video).

Die Messung funktioniert so: Der Bewegungssensor im Smartphone misst die Erschütterungen während der Fahrt, die Kamera nimmt Bilder auf und der GPS-Empfänger meldet den Standort. Mit den von Vialytics entwickelten Algorithmen können Risse, Schlaglöcher und Unebenheiten erfasst und analysiert werden.

„Dadurch bekommt beispielsweise das Straßenamt einen guten Überblick, welche Straße als erstes modernisiert werden muss“, sagt Jovicic. Für die Kommunen soll sich das auszahlen: Mit dem Programm können sie nicht nur grobe, sondern auch feine Risse aufspüren, verspricht das Startup. So können die Städte Reparaturen vornehmen, wenn der Schaden an der Straße noch nicht groß ist. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben bereits mit mehreren Städten zusammen. Kommunale Flottenfahrzeuge vom Abfallrecycling bis zu Linienbussen könnten mit Schlagloch-Kameras ausgestattet werden und beiläufig die Straßen ihrer Stadt scannen.

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Die Vision von Danilo Jovicic: Das Schlagloch-Kataster könnte zu einem zusätzlichen Layer für maschinenlesbare Karten werden, mit denen sich autonome Autos in der Zukunft orientieren. Doch zunächst muss seine Software Daten sammeln und daraus lernen, um Prognosen für das sanfte Fahren im Roboterauto treffen zu können. Gegründet wurde Vialytics vom Energieversorger EnBW und anderen Partnern.

Bild: Vialytics; Text: Jana Kugoth und Jürgen Stüber; Video: Marco Weimer

 

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