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Volkswagen steigt in Berlin mit 1.500 E-Golfs ins Carsharing-Geschäft ein

Mit einer großen Flotte startet Volkswagen in der Hauptstadt – und will sich so gegen die mächtige Konkurrenz von Car2go und Drivenow behaupten.

Volkswagen ist in Berlin in den Carsharingmarkt eingestiegen. 1.500 vollelektrische Golfs sind in der Hauptstadt unterwegs. Im kommenden Jahr sollen 500 Autos des Modells E-Up und erste ID.3-Fahrzeuge dazu kommen. Der Konzern plant die Expansion mit mehr als 1.000 Fahrzeugen nach Hamburg und mit einigen hundert Skoda-Autos nach Prag.

Volkswagen tritt in Berlin gegen mächtige Konkurrenz an: Daimler ist mit seinem Sharingdienst Car2Go seit April 2012 am Markt – inzwischen mit 1.200 Fahrzeugen. BMW vermietet mit DriveNow sogar seit 2011 Fahrzeuge (1.400 Autos). Beide Unternehmen haben sich Anfang 2019 zusammengeschlossen.

Nutzerzahl steigt rasant

Carsharing in Deutschland sei seit 2010 um den Faktor 14 gewachsen – auf 2,46 Millionen registrierte Nutzer, heißt es von Christian Senger, Digitalmarken-Vorstand bei VW. Für das Jahr 2022 werden 3,8 Millionen Nutzer prognostiziert. Senger sieht Carsharing nicht als Konkurrenz oder Ersatz, sondern als eine Ergänzung zu Bus und Bahn. 

Trotz der hohen Akzeptanz von Carsharing in der Stadt ist noch unklar, ob sich das Geschäftsmodell trägt. Bislang hat keiner der Wettbewerber Zahlen über Erträge bekanntgegeben. Doch Volkswagen will Carsharing profitabel betreiben, wie der VW-Manager sagte. Konkrete Ziele nannte er gleichwohl nicht.

Mietautos als Marketing für VW

Die Carsharing-Initiative hat jedoch auch einen anderen Zweck: Der Konzern hofft auf einen Marketingeffekt. „Wir wollen zeigen, welchen Spaß Elektromobilität macht“, sagt Senger. Carsharing habe einen Einfluss auf die Meinung der Menschen zur Mobilität.

Geladen werden die Fahrzeuge an den 800 öffentlichen Ladesäulen in Berlin. Darüber hinaus arbeitet Volkswagen mit den Supermarktketten Lidl und Kaufland zusammen. Auf 70 Parkplätzen der Unternehmen sollen 140 Ladesäulen entstehen – bis Februar 2020 ist es geplant bereits 70 fertigzustellen, überwiegend Schnelllader.

Konzern plant weitere Services

„Supermärkte sind die Tankstellen der Zukunft“, sagte Senger. Volkswagen wolle dort auch mit anderen Angeboten eine Rolle spielen, etwa mit seinem Lade-Service WeCharge, aber auch mit dem Kofferraum-Lieferdienst (WeDeliver).

Bis September kostet die Fahrzeugmiete bei WeShare 19 Cent pro Minute und ist damit erst einmal günstiger als die Konkurrenz. Später gelten nachfragebasierte Gebühren ab 29 Cent. Das Geschäftsgebiet geht leicht über den S-Bahn-Ring hinaus und schließt die Flughäfen ein, wo Autos vorerst gebührenfrei geparkt und abgeholt werden können.

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Bild: Volkswagen

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