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Kein Lufttaxi für Superreiche – Wie Volocopter in Metropolen landen will

Lufttaxis sollen ein Nahverkehrsmittel für die Megacities der Zukunft werden – wie heute Bus und Bahn, kein Luxusprodukt für Superreiche.

Alle 30 Sekunden nähert sich ein Lufttaxi langsam seinem Volo-Hub. Das Terminal ähnelt mit seiner großen Öffnung einer Seilbahn-Station – nur ohne Seile. Dafür gibt es eine Plattform, auf der die Volocopter landen. Von dort gleitet das elektrische Flugzeug über eine Art Förderband ins Innere der Station. Die Passagiere steigen geschützt von Wind und Wetter aus. In paar Meter weiter greifen Roboter-Arme nach den entladenen Akkus und wechseln diese blitzschnell aus. Das Flugtaxi gleitet ein Stück weiter, neue Fluggäste steigen ein. Zurück auf der Plattform startet er seinen nächsten Flug. Diese Volo-Hubs sind zugleich die Heimat der autonomen Flugzeuge. Dort werden sie über Nacht geparkt und gewartet. Hier laden sie auch ihre Batterien auf. Das ist zumindest die Vision des deutschen Startups, wie ein jetzt veröffentlichtes Video zeigt.

Neben den multifunktionalen Hubs soll es auch einfachere Volo-Ports geben. Das sind Start- und Landebasen für Unternehmen, Einkaufszentren, Hotels oder Bahnhöfe. Sie kommen ohne Lade- und Parkinfrastruktur aus und sind somit viel einfacher zu bauen.

Volocopter will das Uber des Luftraums werden

Volocopter sind emissionsfreie, elektrisch angetriebene und autonome Fluggeräte mit 18 Propellern, die senkrecht starten und landen. Sie basieren auf Drohnen-Technologie, sind aber so leistungsstark, dass zwei Menschen darin Platz finden und bis zu 27 Kilometer weit fliegen können. Sie werden von mehreren Dutzend Mikroprozessoren gesteuert.

Das Startup aus Bruchsal sieht sich als globaler Mobilitätsdienstleister – eine Art Uber der Lüfte. „Unsere Ambitionen beschränken sich nicht darauf, nur das Fluggerät zu entwickeln“, sagt Volocopter-Geschäftsführer Florian Reuter. „Wir arbeiten am ganzen Ökosystem, denn wir wollen urbane Lufttaxidienste auf der ganzen Welt etablieren. Das beinhaltet die physische sowie die digitale Infrastruktur, um das gesamte System zu verwalten.”

Damit ist seine Vision klar: Das Lufttaxi ist nicht das Transportmittel der Eliten. 10.000 Fluggäste könnten täglich auf einer einzigen Punkt- zu-Punkt-Verbindung befördert werden. Mit Dutzenden Volo-Hubs in einer Start sind Passagierzahlen von bis zu 100.000 denkbar.

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Zulassung für Lufttaxi

Das Netzwerk soll schrittweise ausgebaut werden: erst eine einzelne Punkt-zu-Punkt-Verbindung, dann Schritt für Schritt in ein Netz mit vielen Volo-Hubs und -Ports in der Stadt. „Wenn das System voll in Betrieb ist, wird ein Flug zum Treffen nicht viel teurer sein als eine Taxifahrt – sehr wohl aber schneller”, sagt Zosel.

Seit 2016 besitzt das Unternehmen eine vorläufige Verkehrszulassung durch die deutsche Luftfahrtbehörde für einen zweisitzigen Sitzer Volocopter. 2017 vereinbarte das Luftfahrt-Startup mit der Verkehrsbehörde in Dubai die weltweite Premiere eines autonom fliegenden Lufttaxis. 2019 soll der erste Volocopter mit Zulassung auf den Markt gebracht werden. Dazu ist noch die Zustimmung der Europäischen Luftfahrtbehörde EASA erforderlich. Auch mit der US-Kontrollbehörde FAA laufen Gespräche.

Volocopter hat mehr als 30 Millionen Dollar Wagniskapital erhalten. Im August 2017 hatte der Autokonzern Daimler einen Betrag von 25 Millionen Dollar in das 2012 gegründete Unternehmen gesteckt.

An Flugtaxi-Visionen und Prototypen arbeiten außer Volocopter mehrere Unternehmen: Audi kooperiert mit Airbus und Lilium will größere Distanzen mit Flugtaxis überbrücken. Experten schätzen, dass der Markt für Flugtaxis auf einen Wert von mehr als 200 Milliarden US-Dollar wächst.

Bild/Video: Volocopter

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