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Von wegen Door2Door – Allygator führt in Berlin Haltestellen ein

Das Elend mit der letzten Meile: Woran Lieferdienste scheitern, wird nun auch dem ersten Ridesharing-Dienst zum Verhängnis. Hausnummernsuche dauert zu lange.

Das Prinzip On-Demand? Ganz einfach: Ein Klick auf die Smartphone-App und das Shuttle kommt. Dass es mit der Zukunft der Mobilität in der Realität nicht ganz so einfach ist, räumt jetzt das Startup Allygator ein. Es bietet in Berlin einen Ridesharing-Dienst an, dabei teilen sich mehrere Fahrgäste mit unterschiedlichen Start- und Zielpunkten ein Fahrzeug.

Der Dienst führt nun Haltestellen ein – virtuelle zwar, aber trotzdem. Sie befinden sich an Straßenkreuzungen. Der On-Demand-Service des Mobilitätsanbieters, Door2Door („von Tür zu Tür"), stellt damit sein eigenes Konzept in Frage. Nutzer müssen ab sofort mehr laufen als bisher – nämlich zur nächsten virtuellen Haltestelle. Genauso werden die Fahrgäste auch wieder abgesetzt, teilt das Unternehmen in einer Kundenmail mit.

Das Startup sieht das natürlich anders. Keineswegs handele es sich um einen Paradigmenwechsel, erklärt das Unternehmen. Es seien ja auch nur ganz kurze Wege, die Fahrgäste zurücklegen müssen. „Virtuelle Haltestellen ermöglichen uns, ein wenig schneller von A nach B zu kommen, weil es für unsere Fahrer einfacher ist eine Kreuzung zu finden als eine Hausnummer“, heißt es in der Mitteilung.

Die virtuellen Haltestellen sind auch ein Test, wie Allygator erklärt. Der Ridesharing-Dienst will für andere Märkte ausprobieren, wozu Passagiere bereit sind. Es hat aber auch rechtliche Gründe, dass Allygator jetzt zum Haltestellen-Service mutiert. Denn das Startup sieht sich als Ergänzung des öffentlichen Personennahverkehrs und strebt Linienverkehr-Lizenzen an. Die gibt es aber gemäß Personenbeförderungsgesetz nur mit Haltestellen – seien es nun reale oder virtuelle.

Für Mitbewerber Clevershuttle, der zurzeit in fünf Städten On-Demand-Ridesharing mit batterie- und wasserstoffbetriebenen Elektroautos anbietet, sind Haltestellen keine Option. „Wir fahren von Tür zu Tür“, heißt es dort. „Anderenfalls steigen Nutzer auf andere Verkehrsmittel wie Taxis um“. 

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Allerdings: Clevershuttle ist mit einer sogenannten Experimentierklausel auf den Straßen unterwegs. Das bedeutet, dass das Startup seinen Dienst nur mit einer begrenzten Zahl von Fahrzeugen anbieten darf und dies auch nur für eine bestimmte Zeit.

Die Allygator-Busse fahren freitags, 17–1 Uhr, im östlichen Teil des Berliner S-Bahn-Rings. Fahrgäste zahlen fünf Euro-Cent pro Kilometer.

Bild: Allygator

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