Warum Car2Go seine Sportwagen nicht an junge Fahrer vermietet

Manchmal hat es etwas Gutes, zur Altersgruppe „Ü40“ zu gehören – zumindest als ambitionierter Car2Go-Kunde, der mal auf die Tube drücken will.

Wer in der Stadt eine kurze Strecke alleine und ohne Parkplatzsorgen zurücklegen will, ist mit einem Smart gut unterwegs. Das ist praktisch, aber ohne Spaßfaktor. Wer Beifahrer hat, wird die praktische A-Klasse mögen. Aber mal so richtig Gas geben, in 4,2 Sekunden auf 100 Stundenkilometer beschleunigen, die 381 PS unter der Haube spüren. Das ist schon etwas anderes.

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Darin sieht Car2Go eine Marktlücke im eher spaßfreien Carsharing-Geschäft. Die Daimler-Tochter will Appetit machen auf die technologischen Highlights der Marke und neue Kundenschichten erschließen. Deshalb hat Daimler zehn Mercedes-4Matic in den Dienst ihrer Flotte gestellt. Je fünf der mindestens 60.000 Euro teuren Edelgeschosse sind in Hamburg und München unterwegs. Beide Metropolen gehören neben Stuttgart zu den Städten mit der höchsten Sportwagendichte in Deutschland. „Wir gehen davon aus, dass unsere Kunden die AMG-Fahrzeuge dort besonders gut annehmen werden“, sagte Unternehmenssprecherin Vera Pfister.

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Wäre das nicht ein Aber: Daimler will nur erfahrene Piloten ans Steuer seiner edlen Gefährte lassen. Buchen dürfen nur Kunden ab 40 Jahren, die keine Verkehrsverstöße oder Ordnungswidrigkeiten im Jahr vor der Anmietung begangen haben. Sonst gelten die üblichen Vermietungsregeln: Führerscheinneulinge mit weniger als einem Jahr Autoerfahrung bleiben außen vor. Das Online-Magazin Bento hatte darauf hingewiesen, dass junge Menschen das schnelle Auto nicht fahren dürfen.

Immer wieder sorgen vorwiegend junge Autofahrer für Schlagzeilen und kontroverse Diskussionen, die in gemieteten Fahrzeugen schwere Unfälle verursachen. Statistiken über die Altersstruktur seiner verunfallten Kunden will die Plattform nicht nennen. Auch in der Polizeistatistik werden Mietautos nicht separat geführt.

Zuletzt war diskutiert worden, ob die Minutenstaffel beim Mietpreis nicht durch eine Kilometergebühr ersetzt werden könnte, um Autorennen zu vermeiden. Aber mal ehrlich: Würde das Fahrer abschrecken, die sich zum illegalen Rennen verabreden? Und: Dem 40-jährigen Kleinwagenfahrer, der im AMG CLA 45 mal so richtig auf die Tube drücken will, möchte man lieber auch nicht begegnen.

Bild: GettyImages / Tim Graham

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