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Wirelane übernimmt insolventes Ladesäulen-Startup Eluminocity

Geschäftsbetrieb und Belegschaft wechseln unter das Wirelane-Dach. Der neue Besitzer plant jetzt zwei Produktlinien für E-Autos: Ladestationen und Straßenlaternen.

Der Münchner E-Ladesäulen-Entwickler Wirelane rettet das angeschlagene Ladesäulen-Startup Elumninocity aus dem Insolvenzverfahren. In einem Asset-Deal hat Wirelane den Geschäftsbetrieb, alle 13 Mitarbeiter und die beiden Geschäftsführer Sebastian Jagsch und Michael Schwarz übernommen. 

Eluminocity hatte im vergangenen November nach einer fehlenden Zwischenfinanzierung einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Insolvenzgericht München gestellt. Zum 1. Januar wurde dann ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet. Als Insolvenzverwalter wurde Max Liebig bestellt. Er hatte Jagsch und Schwarz zuvor bereits als Sachverwalter begleitet. 

Zu den Gesellschaftern der Eluminocity GmbH gehören der Leuchtenhersteller Trilux und die RWE-Tochter Innogy. Sie waren im November 2017 zu jeweils 17,5 Prozent bei dem Startup eingestiegen und hatten zusammen sechs Millionen Euro investiert, zwei Millionen davon als Wandeldarlehen. Das Startup war damit zuletzt gut elf Millionen Euro wert. Über die jetzt vereinbarte Übernahmesumme will Wirelane-Chef Constantin Schwaab gegenüber Gründerszene nicht sprechen.

Die Eluminocity GmbH werde das Insolvenzverfahren noch durchlaufen und anschließend voraussichtlich abgewickelt, so Schwaab. Ob die Marke ganz verschwindet, sei noch nicht endgültig entschieden. Eluminocity entwickelt LED-Straßenbeleuchtung mit Ladefunktion sowie Lademodule für E-Autos, die an Straßenlaternen montiert werden können (ähnlich Ubitricity) und diese so zu Ladesäulen nachrüsten. Dazu arbeitete das Startup etwa mit BMW, Infineon und Intel zusammen. Die Laternen-Entwicklung werde durch Wirelane fortgeführt, so Schwaab. Als Produzent stehe der Automobil-Zulieferer Hörmann Automotive hinter der Eluminocity-Hardware.

Durch den Zukauf einer bestehenden Produktion sichert sich Wirelane einen zeitlichen Vorsprung, denn die Produktion der eigenen Ladestationen „Wirelane W1“ soll planmäßig erst Mitte dieses Jahres anlaufen. Wirelane führe laufende Pilotprojekte des Zukaufs in Europa und Asien fort, stelle jene in den USA aber ein, sagt Schwaab: „Insgesamt wurden über 1.000 Installationen vorgenommen. Die Anzahl der Städte sprengt den Rahmen.“ 

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Wirelane entwickelt Ladestationen für Elektroautos und Verwaltungssoftware für die Stationsbetreiber. Letztere komme mittlerweile an 7.000 Ladepunkten zum Einsatz, sagt der CEO. Das Startup hatte Mitte November Millionen eingesammelt. Den Markt für Ladeinfrastruktur teilt es sich mit anderen Jungunternehmen, darunter dem US-Anbieter Chargepoint und dem chinesischen XCharge.

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Bild: Wirelane

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