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Zu viele kaputte Räder – Sharing-Service Obike zieht sich aus München zurück

Rund 6.000 der insgesamt knapp 7.000 Räder will der Leihrad-Anbieter wieder einsammeln. Grund seien „wirtschaftliche Faktoren“.

Sie hingen auf Bäumen oder schwammen in der Isar: die Leihräder des Anbieters oBike aus Singapur. Viele Bikes lagen kaputt herum, die Zahl stieg zunehmend an. Nun wird das Unternehmen die Konsequenzen ziehen. Ab dem 4. April sollen 6.000 der insgesamt 6.800 stationslosen Sharing-Bikes wieder eingesammelt werden, wie die Süddeutsche Zeitung zuerst berichtet. Derzeit sei man noch mit der logistischen Planung des Einsammelns beschäftigt, sagte der zuständige Obike-Manager. Die Räder sollen anschließend auf andere Städte verteilt werden, heißt es in dem Medienbericht.

oBike war seit vergangenem Sommer in München aktiv. Doch bei den Münchnern stießen die Bikes auf wenig Gegenliebe. Immer wieder gab es Beschwerden über die überall herumstehenden Räder. Vor allem die Masse sowie die Qualität waren Kritikpunkte, – jedoch nicht nur in München. Auf Instagram sammeln Nutzer unter Hashtags wie #sadobikes Fotos von kaputten Rädern, die in Bäumen hängen oder stapelweise aufeinander liegen.

Mit dem Rückzug aus München zieht oBike nun die Konsequenzen aus der Situation in der bayerischen Hauptstadt. Die Entscheidung basiere auf wirtschaftlichen Faktoren, sagte eine Unternehmenssprecherin. Durch die steigende Zahl kaputter Räder hätten die Reparaturkosten das Budget überschritten, das für Wartungen vorgesehen sei.

Bisher hatte oBike versucht, den Service zu verbessern und enger mit den Städten zusammenzuarbeiten. Noch im Oktober gab sich der damalige Deutschland-Chef Marco Piu im Interview mit NGIN Mobility zuversichtlich, den Image-Schaden wettmachen zu können. Neben einer Verbesserung des Services habe man auch die Datenschutzerklärung angepasst, sagte er damals. In München ist der Versuch offenbar gescheitert. Marco Piu hat das Unternehmen Ende Februar „auf eigenen Wunsch“ verlassen, wie oBike mitteilte.

Hinweis: Der Artikel wurde nachträglich um die Angabe zum Ausscheiden von marco piu ergänzt.
Bild: Getty Images / Michael Dodge

 

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